01 Was wir immer wieder sehen
„Das Marketing schickt uns Adressen, keine Interessenten.“
Der Satz kam von mehreren Verkäufern gleichzeitig. Er ist kein Vorwurf an das Marketing, denn das Marketing hat geliefert, was bestellt war: Kontakte. Was fehlt, ist der Schritt dazwischen, und den hat niemand beauftragt.
Also erarbeitet der Verkäufer ihn sich selbst, Kontakt für Kontakt, am Telefon. Ob jemand Verkaufspotential hat, kostet ihn ein Gespräch. Und er führt dieses Gespräch, bevor er weiß, ob es sich lohnt.
„Ach, ich bin noch nicht so weit.“
Der Kontakt ist echt. Das Interesse ist echt. Nur der Zeitpunkt stimmt nicht.
„Ich wollte nur mal gucken.“
Das ist kein Nein. Es ist die höflichste Form von noch nicht.
Die beiden Sätze, die am häufigsten zurückkommen. Sie klingen nach schlechten Daten. Es sind gute Daten zum falschen Zeitpunkt.
Und dann? Meistens nichts. Es gibt keine Stelle, an der steht, wann bei diesem Menschen nachzusehen wäre. Wenn er ein halbes Jahr später so weit ist, ruft niemand an. Der Kontakt geht zweimal verloren, und beim zweiten Mal war er kaufbereit.
Dahinter steht ein Satz, den fast jeder für selbstverständlich hält: Ob jemand kaufbereit ist, findet man nur im Gespräch heraus. Für den Abschluss stimmt das. Für den Zeitpunkt nicht. Wer kurz vor einer Entscheidung steht, verhält sich vorher anders, und das steht längst da, bevor jemand zum Hörer greift.
Zweiter Besuch auf der Seite
Preisseite angesehen
Angebot ein zweites Mal geöffnet
Formular halb ausgefüllt
12 km entfernt
schon einmal Kunde gewesen
Sechs Hinweise, die vor dem ersten Anruf vorliegen. Ihr Verkäufer erfährt sie nach dreißig Sekunden am Telefon.
Ein Kontakt ist selten schlecht. Meistens ist er zu früh.